Lüneburger Heide - Natur zwischen Heidekraut und Wacholder

Vortrag von Jürgen Borris am 21.03.2018

 

Jürgen Borris - der Name ist bekannt in Munster. Der Naturfotograf  war am 21. März  zum dritten Mal Gast in der Stadtbücherei. Seit 18 Jahren zieht es den ehemaligen Bankkaufmann aus Holzminden mit seiner Frau in die Lüneburger Heide. Seit 40 Jahren betreibt er sein Steckenpferd - das ihm nach dem Übertritt in den Ruhestand vor vier Jahren endgültig zur Lebensaufgabe geworden ist. Um Tiere und Pflanzen besser in ihren Lebensräumen finden und verstehen zu können, hat er zusätzlich die Jägerprüfung, "das grüne Abitur",  abgelegt - nur zum "Bilder schießen", betont er.

Die Qualität seiner Arbeit hat längst professionellen Standard erreicht, was eine Reihe von ihm selbst veröffentlichter oder von ihm mitgestalteter Bücher belegt.

Natürlich fehlte in dem breit und umfassend angelegten Vortrag auch jenes weltweit einzigartige Bild nicht, wofür er mit dem NABU-Preis ausgezeichnet wurde: "Wolf mit Frischling", ein Wolf, der einen frisch geschlagenen Frischling in den Zähnen hält. 

An ausgewählten Stellen blendet er Szenen ein, wie er zu seinen Bildern kommt - "mit Respekt und auf Augenhöhe", wie er sagt. Das Bild einer Kreuzotter im Pietzmoor, die  Kamera Aug' in Aug' mit dem Reptil, belegt diese Aussage eindeutig.

Eine in Zeitraffer aufgenommene Sequenz zeigt, wie sich der Fotograf mit schwerem Stativ, seiner Kamera und lichtstarkem Teleobjektiv in einem Tarnzelt "klein macht", bei anderer Gelegenheit das Zelt über einer Schwimmhilfe ausbreitet, um in einem Teich stehend Wasservögel beobachten zu können.

Jürgen Borris bereitet seine Expeditionen themenbezogen vor. Nachdem es seit dem Jahr 2000 wieder frei lebende Wölfe in Deutschland gibt, üben diese Tiere eine besondere Faszination auf ihn aus. Der Schutz, den die Truppenübungsplätze um Munster und Bergen für Pflanzen und Tiere bieten, hat eines der mittlerweile in Deutschland ausgemachten 60 Rudel zum "Munsteraner Rudel" werden lassen. Borris konnte sich von den besonders feinen Sinneswahrnehmungen der an sich scheuen Tiere selbst überzeugen: In etwa 500-600 Metern Entfernung reagierte ein Wolf mit einer Aufmerksamkeitsreaktion auf das Klicken des Verschlusses in der Kamera. In einem anderen Fall konnte er den darob davon eilenden Wolf nur noch von hinten ablichten - mit nach rückwärts gedrehten Ohren...

Birkhahn, Kraniche, Marderhund mit Jungen, Werner Heidrich und Jürgen Borris