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Wir fördern und erweitern das kulturelle Leben in der Stadt Munster durch

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Menschen und Lebewesen vergehen, Bilder überdauern.

    Bilder sind festgehaltene Erinnerungen.

        Erinnerungen beinhalten gemachte Erfahrungen.

            Erfahrungen der Vergangenheit lassen in der Gegenwart planen und handeln.

                Planungen und Handlungen der Gegenwart prägen die Zukunft.

 



Mal eben draufgeschaut...


Das Phänomen "Glas"

Plastiken des französischen Jugendstil-Glaskünstlers  René Jules Lalique  (1860 - 1945)                  

aus dem Musée Lalique in Frankreich, Wingen-sur-Moder/Elsass

 

 

Glas ist in heutiger Zeit ein so häufig auftretendes Material, dass man sich im Alltag kaum noch Gedanken darüber macht - Glas umgibt uns überall: Wir schauen (mit und ohne Brille) durch "glasklare" Flachglasscheiben aus der warmen Stube in das herbstlich-kühle Draußen, genießen dazu ein Glas Wein aus der Flasche oder Karaffe, während sich das Licht der Flammen aus dem Kerzenleuchter auf dem Glastisch  in den geschliffenen gläsernen Kristallen des Deckenleuchters spiegelt...

 

Glas ist ein sehr alter Werkstoff. Schon in der Steinzeit machten sich die Menschen den extrem scharfen Bruch von Glas zunutze, indem sie es als Schaber und Messer aus Vulkangestein (Obsidian) herausbrachen. Später lernten sie, Glas selbst herzustellen. Um 3000 vor Christus konnte Glas erstmals eigenhändig hergestellt werden. Das älteste bekannte Rezept für Glas  (658 v. Chr.) stammt aus der Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal:  "Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen und 5 Teile Kreide und du erhältst Glas." 

 

Kernbereiche, in denen Glas eingesetzt wird, sind heute:   Architektur und Bauindustrie, Ernährungs- und Getränkeindustrie, Kraftfahrzeugindustrie, Elektro(nik)industrie, Haushalt und Gastronomie, Medizin, Forschung und Wissenschaft, Chemie, Pharmazie, Kosmetik, Möbelindustrie und Innenausbau, Kunststoff- und Textilindustrie und diverse Zukunftsbranchen.

 

Die ersten Gläser waren aufgrund des hohen Eisenoxidgehalts im Sand grün gefärbt, doch die Menschen lernten früh, durch sog. Zuschläge die Farben des Glases bunt zu verändern.

Etwa um Christi Geburt wurde es möglich, komplett farblose Gläser zu erzeugen. Festigkeit und Qualität der Gläser nahmen ständig zu. Auch die Form konnte im Lauf der Zeit immer besser beeinflusst werden.

Ab etwa 1500 v. Chr. sind die ersten Hohlgefäße aus Glas nachgewiesen. Nach der Erfindung der Glasmacherpfeife etwa 100 v. Chr. konnten diese deutlich dünnwandiger hergestellt werden.

Seit 1688 ist es möglich, Glas zu walzen, wodurch überall gleiche Materialstärke erreicht werden kann - schlierenfreie Fensterscheiben ermöglichen einen unverzerrten Durchblick.

 

Heute zeigt die Klassifikation der Glasarten  nach Art der Genese, des „Chemismus“, der Grundform des Produkts und dem Produktionsverfahren, nach  hergebrachten Handelsnamen oder Markennamen sowie der Verwendung eine verwirrende Vielfalt.

 

Grafik: Wikipedia

Die Glasfabrikation fand im Lauf der Geschichte ihre speziellen Höhepunkte in verschiedenen Ländern. Nach den ersten Anfängen in Mesopotamien und Ägypten war das antike Rom  führend in der Herstellung unterschiedlichster Glaswaren - sogar Fensterscheiben.

Im 11. Jahrhundert wurde Venedig in der Glasmacherkunst vor allem durch sein hochreines Kristallglas bekannt -  Venedig kann durchaus als Wiege der mitteleuropäischen Glasherstellung angesehen werden.

Im 12 . Jahrhundert gelang es in Frankreich erstmals Fensterglas herzustellen, indem Glas zu flachen Tellern geformt und diese mit Bleistegen verbunden wurden.

Im 18. Jahrhundert wurden Schlesien, Böhmen, Brandenburg und Sachsen zu  Zentren für  barockes Schnittglas, wobei feinste Motive in das Glas hinein geritzt wurden.

 

Die Vielfalt der Verwendung von Glas hatte eine breite Palette von Glasberufen zur Folge. Optiker, Glaser, Glasbläser und Glasschleifer sind bekannte Begriffe. Weniger bekannt sind Leuchtröhrenglasbläser oder Apparateglasbläser.
Ausgestorbene Berufe sind der Glasträger, der Gläser (vorwiegend aus dem Schwarzwald) auf Rückentragen in zum Teil weit entfernte Gegenden transportierte und verkaufte oder der  Flusssieder, der jedoch nur indirekt zur Glasherstellung beitrug. Der Flusssieder nahm die (Holz)Asche des Aschenbrenners, wusch mit Wasser Kalium- oder Kalziumcarbonat  heraus und gewann durch Eindicken der Masse in Pötten über Feuer die sog. Pottasche. Diese gab er wiederum an die Glashersteller weiter.

Auch Flaschner ist heute kein geläufiger Begriff mehr.

 

Natürlich ist insbesondere im künstlerischen und kunsthandwerklichen Bereich Handarbeit immer noch führend in der Glasbearbeitung. Doch im heutigen Zeitalter der Automatisierung übernehmen Maschinen immer mehr Aufgaben von der Herstellung über die Formgebung bis zur Oberflächengestaltung.

Impressionen aus der Dorotheenhütte in Wolfach (letzte aktive Mundblashütte des Schwarzwaldes)

Impressionen aus dem Musée Lalique