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Vorschau

April

Ein Klavier in der Kirche St. Michael

 

 

Nach zweimaligem, durch die Corona-Pandemie erzwungenem Aussetzen, folgt das
Haydn-Orchester Hamburg einer nunmehr über 40-jährigen Tradition und spielt in diesem Jahr 

 

am 28. April um 20 Uhr in der Kirche St. Michael zu Munster.

 

Das klassische Kircheninstrument ist die Orgel. Um aber ein Klavierkonzert Beethovens darbieten zu können, lässt der Kultur- und Heimatverein Munster e. V. eigens für dieses Stück ein Klavier in der St. Michael-Kirche aufstellen.

 

 

Das Programm des Haydn-Orchesters umfasst die folgenden Werke von
Richard Wagner, Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven:

 

 

Träumerische Liebeserklärung
Richard Wagner: Siegfried-Idyll, WWV 103

 

Am 15. April 1866 bezog Richard Wagner ein Haus in Luzern an der Tribschener Landzunge am Vierwaldstättersee. Im August 1870 heiratete Wagner seine zweite Frau Cosima.

Hier, in seinem „Tribscher Asyl“, erdachte er heimlich zu Cosimas 33. Geburtstag ein sinfonisches Ständchen. Die Reinschrift trug die Widmung: „Tribscher Idylle mit Fidi-Vogelsang und Orange-Sonnenaufgang als Symphonischer Geburtstagsgruß Seiner Cosima dargebracht von Ihrem Richard“.
Wegen finanzieller Nöte wurde das Stück als „Siegfried-Idyll“ später von Wagner entgegen Cosimas Willen publiziert und mehrfach öffentlich aufgeführt.

 

 

Die ernsthafte Pastorale
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 2 D-Dur, op. 73

 

Brahms‘ Zweite Symphonie wird oft mit Beethovens „Pastorale“ verglichen. Die Komposition ist ein kunstvolles Gebilde, dessen musikalische Komplexität sich hinter spielerisch-einfacher Anmutung verbirgt. Der zentrale Gedanke des Werkes ist die musikalische Vermittlung des Gegensatzes zwischen unbeschwert-liedhaftem Klangerleben und strengster motivischer Arbeit. Brahms geriet darüber in Selbstzweifel; er fürchtete, das Publikum würde sein Werk als zu oberflächlich bewerten.

Der überwältigende Erfolg der Wiener Uraufführung 1877 ließ Brahms seine Zweifel schnell vergessen. Wo immer die Symphonie im Laufe des folgenden Jahres zur Aufführung kam, wurde sie begeistert aufgenommen. Trotz der komplexen Doppelgesichtigkeit der Komposition gilt das Werk heute als Brahms populärste und eingängigste Symphonie.

 

 

Beethovens „Aschenputtel“
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur, op. 58

 

Beethovens früher Ruhm beruhte nicht nur auf seinen Kompositionen, sondern vor allem auf seiner Brillanz als Pianist. Zeit seines Lebens war das Klavier für Beethoven die Basis, an der er komponierte und neue Ideen ausprobierte. Mit dem vierten Klavierkonzert reagierte Beethoven überdies auf Neuerungen im Klavierbau. So gab es drei Saiten für jeden Ton und mithilfe eines neuen Pedalsystems ließen sich völlig neue Klangfarben erzeugen. Zudem verfügten neuere Instrumente über drei zusätzliche hohe Töne, die in diesem Konzert verwendet werden.
Zu Beethovens Lebzeiten wurde es nur zwei Mal aufgeführt.

Erst als Mendelssohn es 1836 wiederentdeckte, erhielt es endlich die verdiente Anerkennung. Der britische Musikschriftsteller George Grove nannte das Konzert somit liebevoll „Beethovens Aschenputtel“.

 

 

Eintrittskarten sind im Vorverkauf bei der Buchhandlung Pollmann in Munster und der Munster Touristik sowie an der Abendkasse zum Preis von 20 € erhältlich.


Schutzmasken sind nicht gefordert, aber erwünscht - zu unser aller Sicherheit.

 


Nachlese

Vom Wassertropfen ins Weltall

 

Bereits im Februar 2019 hatte Wiking Dürres Lichtbildervortrag „Mein Fotojahr im Örtzetal“ das Publikum so sehr beeindruckt, dass danach beim Kultur- und Heimatverein in Munster immer wieder um neue Vorträge nachgefragt wurde. Pandemiebedingt konnten Verein und Fotograf dieser Bitte erst am 6. April dieses Jahres Folge leisten – und die Wartezeit hatte sich gelohnt!

 

Wiking Dürre erschloss sich über die vergangenen drei Jahre etliche neue Möglichkeiten und Wirkungsbereiche – das Örtzetal war ihm nicht mehr genug. Neben seinen bekannt brillanten Makroaufnahmen aus den Mikrowelten des Tier- und Pflanzenreichs arbeitete Dürre nun auch mit ultrakurzen Zeiten und erzielte beeindruckende Aufnahmen von fallenden Wassertropfen nach ihrem „Einschlag“ in eine stille Wasserfläche. Die Spiegelung einer Weltkarte auf dem zur Kugel gewordenen zurückspringenden Tropfen über dem Einschlagkrater erzeugte einen beinahe apokalyptischen Eindruck: Unser Erde schwebt über einem „Schwarzen Loch“…

 

Natürlich war der ambitionierte Hobbyfotograf auch seinem bisherigen Metier treu geblieben – die Aufnahme eines Fuchses an einem Wildschweinkadaver, der den anpirschenden Lichtbildner als vermeintlichen Konkurrenten warnend anfaucht, dürfte zu den absoluten Seltenheiten in der Wildtierfotografie gehören.

 

Wiking Dürre gestand in seinem Vortrag, dass er bis vor zwei Jahren zu Landschaftsaufnahmen keinen Bezug hatte. Nun beeindruckte er mit traumhaften Panoramaaufnahmen aus der schneebedeckten Heide oder auch mit bezaubernden Sonnenaufgängen über aufsteigendem Bodennebel in der Morgenfrühe.

 

Neben der Zeit nahm sich Dürre auch den Raum vor, in mehrfacher Hinsicht. Mit dem technischen Verfahren des „Focus Stacking“ gelang es ihm, die Gesetze der Optik zu überwinden und in normalen Aufnahmen nicht zu erreichende Tiefenschärfebereiche zu erzielen – alles scharf, wie es das menschliche Auge natürlicherweise immer sieht (indem sich die Augenlinse blitzschnell immer wieder neu scharfstellt).
Und mit zum Teil selbstgebauten Hilfsmitteln gelangen ihm spektakuläre Bilder unserer Milchstraße über dem Nachthimmel nahe Munster. Eine solche Nachtaufnahme wurde sogar im Regionalfernsehen gezeigt.

 

Wir dürfen auf den nächsten Vortrag gespannt sein…

 

Wiking Dürre - ultrakurze Zeiten, brillante Schärfe, ästhetische Motive